Kartoffelgratin – Wandelbar und Vielfältig

Kartoffelgratin – beliebter Begleiter zu geräuchertem Fisch – ist oft ein beliebtes Essen für die ganze Familie, doch wo kommt es eigentlich her, was bedeutet Gratinieren, was braucht man an Zutaten und Arbeitsmaterialien für die Zubereitung und worauf sollte man achten um das perfekte Kartoffelgratin selbst herzustellen?

Kartoffelgratin ist eigentlich eine französische Speise und heißt „Gratin Dauphinois“. Sie besteht hauptsächlich aus geschnittenen Kartoffeln, welche in Mich oder Sahne gebacken wurde. In Frankreich stammen die dazu benutzten Lebensmittel aus der Region Dauphiné, welche im Südosten Frankreichs liegt. Besonders in Frankreich ist dieses Gericht sehr beliebt und hat dort viele Namen wie zum Beispiel Gratin de Pommes à la Dauphinoise oder Pommes de Terre Dauphinoise.

Außerdem ist Kartoffelgratin eine Spezialität, welche schon lange besteht. Erstmal wird es ab Juli 1788 in den Geschichtsbüchern erwähnt. Damals wurde es bei einem Abendessen von Französischen Adeligen in der Region Dauphiné offiziell gegessen.

Was bedeutet Gratinieren und somit der Begriff Kartoffelgratin?

Gratinieren ist eigentlich nur ein anderer Begriff für Überkrusten oder Überbacken. Es bedeutet, das sich auf der gesamten Oberfläche des Gerichts durch eine starke vorhandene Wärme von oben eine Kruste (meist Braun) bildet, welche durch die Zusammenwirkung von Eiweiß und Kohlenhydraten zu Stande kommt. Dabei entwickeln sich Röstaromen, welche wiederum die bräunliche Farbe und die knackige Konsistenz ausmachen.

Was sollte man an Zutaten und Arbeitsmaterialien besitzen um das perfekte Kartoffelgratin zuzubereiten?

Zuerst sollte man sich überlegen, ob man des Öfteren etwas wie zum Beispiel ein Gratin oder einen Auflauf zubereiten möchte. Nutzt man nur gelegentlich solche Rezepte, reicht ein ganz gewöhnlicher haushaltsüblicher Backofen mit Oberhitze. Möchte man allerdings den vollen Komfort genießen und öfter solche Speisen zubereiten, empfehlen sich andere Küchengeräte. In Restaurants wird zum Beispiel der „Salamander“ dafür verwendet. Dabei handelt es sich um ein Gerät welches mit Gas oder elektrisch betrieben wird. Damit können die zuzubereitenden Gerichte jeweils teils Überbacken werden. Außerdem sind diese Geräte Leistungsstärker und das Überbacken geht bedeutend schneller. Alternativ können auch mit Lötlampen welche auf Gas laufen Speisen überbacken und auch Zucker karamellisiert werden. Dies kennt man meist von Creme Brulee und wird bei Kartoffelgratin nicht häufig verwendet. Dies liegt daran, dass bei zum Beispiel Süßspeisen alle Zutaten nicht garen müssen und die Oberfläche mit Zucker oder karamellisiertem Eischnee sehr schnell ihre gewünschte Festigkeit erreicht. Dies ist bei einem Auflauf oder Gratin mit Zutaten welche noch garen müssen sehr schwierig und nahezu nicht machbar.

Ein klassisches Kartoffelgratin besteht, wie der Name schon sagt aus klein geschnittenen Kartoffeln, welche meist mit Ei, Sahne und Käse aufgegossen werden. Würde man lediglich die Kartoffeln mit Oberhitze behandeln, wäre das Gericht sehr trocken und würde nicht die gewünschte überbackene Kruste erhalten.

Als Geschirr für die Zubereitung eignet sich meist am besten Gefäße aus Metall, feuerfestem Glas oder Stein. Hier sollte darauf geachtet werden, dass keine Arbeitsmaterialien mit Kunststoff verwendet werden, da diese bei der Zubereitung im Ofen schmelzen und kaputt gehen würden.

Zur Zubereitung sollten die Kartoffeln im rohen Zustand in dünne Scheiben geschnitten werden. Diese werden dann mit Milch oder Sahne in eine Auflaufform gefüllt. Für den besonderen Geschmack kann diese Form vorher noch zum Beispiel mit Knoblauchbutter oder Gewürzen eingerieben werden.

Für ca. 1 KG Kartoffeln werden üblicherweise ca. 25 Gramm Butter, 600 ml Milch oder Sahne und Gewürze benutzt. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur des Ofens nicht über 150 Grad eingestellt wird.

Beachtet werden sollte außerdem, dass dieses Gericht zwar in der Vorbereitung nicht arbeitsaufwendig ist, aber eine relativ lange Zeit im Ofen verbleiben muss, da die kompletten Kartoffeln ja in dem Milchgemisch gar werden müssen. Sobald alles gar ist, bildet sich die beliebte Kruste und man kann sein Essen genießen.

Dazu empfiehlt sich ein gemischter Salat und eine Flasche trockenen Rotwein um den Abend perfekt zu machen.

Mit den neusten Foodtrends gibt es mittlerweile viele verschiedene Variationen des klassischen Kartoffelgratins. Zum Beispiel gibt es welches aus den sehr beliebten Süßkartoffeln. Diese sind vom Geschmack nicht mit normalen Kartoffelsorten zu vergleichen und bringen frischen Schwung in die Küche.

Aber auch für Fleisch und Fischliebhaber ist für jeden etwas dabei. So gibt es auch Variationen mit eingearbeitetem Schweine- oder Rinderfilet oder auch mit Lachs. Hier hängt die Zubereitung immer vom zu verarbeitendem Fleisch ab und variiert je nach Rezept.

Also zusammenfassend kann man sagen, das Kartoffelgratin ist eine Speise mit einer langen Vorgeschichte, eine ganze Region Südfrankreichs ist tief mit ihr verankert und dort wird sie so oft wie nirgendwo anders gegessen. Durch ihre Vielfältigkeit ist sie in den verschiedenen abwandelbaren Formen für jeden eine leckere Mahlzeit. Sie ist schnell in der Zubereitung und auch wenn sie im Ofen etwas länger braucht als andere Gerichte, so freut man sich doch immer wieder über das leckere Gericht passend für jeden Anlass.